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Der junge Mann und das Meer

David Melillo fasziniert das Meer. Deshalb freut er sich besonders auf das Forschungspraktikum in Meeresbiologie in Helgoland. Das Praktikum wird ihm von der Biologie-Olympiade ermöglicht.

27.06.2017

David, du interessierst dich besonders für Meeresbiologie. Woher kommt diese Faszination?
David Melillo: Die exotische Vielfalt des Meeres hat es mir angetan. Das Meer ist völlig anders beschaffen als unser Lebensraum. Es stellt andere Anforderungen an Organismen, die diesen Raum bewohnen. Das hat zu einer Artenvielfalt von marinen Organismen geführt, von denen noch wenig bekannt ist.
Mich fasziniert auch, dass die Meere eine Schlüsselrolle im globalen Ökosystem haben, zum Beispiel als Kohlenstoffspeicher und Temperaturregler. Es ist wichtig, die Meere zu verstehen und zu bewahren, wenn das Ziel eine nachhaltige Sicherung unserer Lebensgrundlagen sein soll.

Neben der Silbermedaille hast du auch ein Praktikum in Meeresbiologie in Helgoland gewonnen. Was erhoffst du dir von diesem Forschungspraktikum?
Ich freue mich auf einen Einblick aus erster Hand in die moderne Meeresbiologie und Ökosystemforschung. Das Praktikum ist eine einmalige Chance: Ich kann unter professioneller Betreuung meine Fähigkeiten im Feld und im Labor verbessern. Zudem denke ich, dass mir diese 4 Wochen in Helgoland helfen werden, meine Studienwahl zu treffen. Ich muss mich in einem Jahr entscheiden.

Wirst du dein Talent für Biologie auch bei deinem künftigen Beruf einsetzen?
Ursprünglich wollte ich Astrobiologe werden. Mir ist allerdings bewusst, dass es schwierig wird, auf diesem Gebiet eine Stelle zu finden. Ich möchte ein Studium in den Life Sciences beginnen, höchstwahrscheinlich in Biologie, und mich danach in der molekularen Ökologie spezialisieren. Danach möchte ich in die Forschung gehen. Sollte es auf Dauer nicht klappen mit einem Job in diesem Bereich, wäre der Wissenschaftsjournalismus eine Alternative. Das Schreiben und Vermitteln von Sachverhalten, die mir am Herzen liegen, interessiert mich nämlich sehr.

Du hast auch bei der Philosophie-Olympiade mitgemacht: Welche Fragen stellt die Philosophie, auf die die Biologie nicht eingeht?
Man neigt ja dazu, sich völlig in ein Thema zu stürzen, wenn man sich dafür begeistern kann. Dabei geht auch mal der Blick für das grössere Ganze verloren. Philosophie hilft mir, Distanz zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen zu gewinnen. Zum Beispiel in der modernen Biotechnologie: Soll alles, was hier möglich ist, auch wirklich getan werden? Ich finde es wichtig, dass wir ethische Aspekte nicht vergessen. Philosphie ist heute da wichtig, wo sich moralische Fragen stellen, die unser Zusammenleben betreffen und auf die die Naturwissenschaften kaum Antworten liefern können.

SBO / OSB

Interview: Mirjam Sager
Fotos: Schweizer Biologie-Olympiade

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